Reifung

Begriff

Reifung ist jener Anteil, den das organische Wachstum zur Entwicklung beiträgt, ohne dass Lernvorgänge notwendig waren. Reifung ist eine genetisch gesteuerte Entwicklung. Reifen und Lernen sind aber aufs Engste miteinander verbunden (nach Schenk- Danzinger).

Als Reifung wird die genetisch gesteuerte Entfaltung der biologischen Strukturen und Funktionen verstanden (nach Oerter- Montada).

Reifung manifestiert sich am deutlichsten im körperlichen Wachstum und in der motorischen Entwicklung. Die reifemäßige Veränderung des Gehirns und der Nervenbahnen ist Grundlage für die Entwicklung der Sprache, der Wahrnehmung, des Denkens und des Gedächtnisses. Von Reifung spricht man, wenn spezifische organische Veränderungen spezifische Fähigkeiten möglich machen, ohne dass vorhergehende Lernvorgänge notwendig waren.
Aber: Reifen und Lernen sind aufs Engste miteinander verbunden!

Reifung wurde in der Entwicklungspsychologie sozusagen negativ definiert: nämlich als jener Prozess, der anzunehmen ist, wenn Erwerbung nicht auf Erfahrung, Übung, Erziehung, Sozialisation oder gedankliche Erkenntnisgewinnung zurückgeführt werden kann (nach Oerter-Montada).

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