Aufmerksamkeitsprozesse

Aufmerksamkeitsprozesse sind Vorgänge beim Modelllernen, die die Aufmerksamkeit des Beobachters auf sich ziehen sollen und so Modelllernen erst möglich machen. Sie sind die ersten unter den vier Subprozessen des Lernens am Modell.

Entscheidende Faktoren sind hierbei (nach Lukesch):

  • Aspekte des Beobachters (bzw. des Zusehers, Lesers, Hörers etc.)
    • Angst: ängstliche Personen neigen zu Stimulusselektion
    • mittleres Erregungsniveau —> bessere Voraussetzung zur Wahrnehmung
    • höhere kognitive Komplexität —> besseres Vorwissen —> differenziertere Wahrnehmung
    • Motivation führt zur Selektion und Interferenz von Inhalten
    • bevorzugte Wahrnehmungskanäle (Beeinträchtigung durch sensorische Behinderungen)
    • aktuelle Wahrnehmungshaltung im Sinne distributiver oder konzentrativer Aufmerksamkeit
    • Erfahrungen über früher erhaltene Verstärkungen
    • Struktur sozialer Interaktion (welche Verhaltenstypen kommen in einer sozialen Gruppe oder einem Massenmedium am häufigsten vor?)
  • Aspekte der Modellperson
    • hoher sozialer Status
    • hohe Ausstrahlungskraft (situationsabhängig)
    • Attraktivität (Verfügt die Modellperson über wesentliche vom Beobachter gewünschte Eigenschaften?)
  • Aspekte des beobachteten Verhaltens
    • Verhalten, das sich von dem anderer Personen unterscheidet, ist leichter wahrnehmbar (Figur-Hintergrund-Prinzip)
    • einfache Verhaltensmuster sind leichter beobachtbar als komplexe
    • affektive Valenz des vorgeführten Verhaltens
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